Fauna

Auf unserer Wanderung zur SAC-Trift-Hütte haben wir die zusammenhängende Vegetationsschicht verlassen; die Gesteins- und Felsfluren nehmen immer deutlicher überhand. Es ist heiss geworden. Der Aufstieg zieht sich dahin und bald ist der Entschluss gefasst eine Pause einzulegen. Man sucht sich seinen Stein, zieht den immer schwerer werdenden Rucksack ab und sitzt ab und döst so vor sich hin. Da kann es durchaus sein, dass plötzlich eine kleine graue Maus aus einer der Spalten zwischen den Steinen hervorschaut, über den Boden flitzt und wieder in den Steinen verschwindet. Aus einem anderen Loch kommt sie wieder hervor, rennt weiter, hält plötzlich inne, knabbert an etwas herum, um dann wieder im Schutz der Steine unterzutauchen. Es ist die Schneemaus (Chionomys nivalis, Martins 1842), eine Wühlmausart, die sich auf das Leben in dieser Höhe eingestellt hat. Durch ihren walzenförmigen Körper und dem halbkörperlangen, wenig behaarten Schwanz unterscheidet sie sich deutlich vom Bild unserer typischen Maus mit den auffallend grossen Augen und herausragenden Ohren.

Gewöhnlich leben Wühlmäuse untertags und kommen nur selten an die Oberfläche. Da macht offensichtlich die Schneemaus eine Ausnahme; sie lässt sich recht oft oberirdisch bei der Nahrungssuche antreffen. Offensichtlich sucht sie gerne die Nähe von Wegen auf, da sie hier ihre Nahrung mit den übrig gebliebenen Krümeln von uns Wanderern ergänzen kann.

Welchen Tieren kann ich in der Trift begegnen?
Als Wanderer hat man durchaus das Glück eine Schar Gämsen am Gegenhang zu entdecken. Auch den Steinadler oder mit etwas noch mehr Glück einen Bartgeier können als besondere Beobachtungen den Besuch in der Trift unvergesslich machen.

Es sind aber immer zufällige Beobachtungen, die häufig Tier wie Wanderer überraschen und dann im Ausweichen oder in Flucht des Tieres enden. Weil die Tiere den Menschen meiden, scheint für viele Bergwanderer diese Welt leer zu sein – mehr noch, es scheint unvorstellbar dass hier oben Tiere überleben können.

Eine Ausnahme bilden die Murmeltierfamilien die sich in der Trift, in der Telltiblatti und um die SAC-Trifthütte ihre unterirdischen Bauten erstellt haben. Wenn der Abstand genügend gross ist, lassen die „Munggen“ sich durch uns Menschen in ihrem Tagesablauf wenig stören.

Tiere die auf der sommerlichen Bergwanderung immer beobachtet werden können sind die vielen Schmetterlinge. Bei keiner anderen Tierart kann über das Überleben in diesen Verhältnissen gestaunt werden. Und wer glaubt diese relativ grossflächigen Leichtgewichtler liessen sich beim ersten Windstoss in eine andere Lebensgemeinschaft fortblasen, wird eines Besseren belehrt, wenn er sich etwas Zeit nimmt und einen Schmetterling auf seinem Weg von Blüte zu Blüte ein Stück begleitet. Das Gebiet zwischen der Trift-Hängebrücke und der SAC-Hütte Trift ist aussergewöhnlich reich an verschiedenen Schmetterlingsarten: Von den kleinen Bläulingen bis hin zum grossen Apollo-Falter und zum auffallenden Schwalbenschwanz.

Flugbilder